Johann Reinhold Forster
Leben und Werk des großen Naturwissenschaftlers.
Die „Forsterstraße" erinnert an den berühmten „Weltumsegler" Johann Reinhold Forster. Er wurde am 22. Oktober 1729 in Dirschau geboren.
Sein Leben und Werk war vielfältig mit der Stadt Halle und deren Universität verbunden. Im Alter von 19 Jahren kam er zum ersten Mal nach Halle. Er studierte zwischen 1748 und 1751 auf Willen seines Vaters Theologie an der Universität Halle, beschäftigte sich aber auch intensiv mit Sprachen und Geschichte.
1765 nahm er den Auftrag der russischen Regierung an, nach Saratow zu reisen und dort das Koloniewesen zu untersuchen. Das ganze Unternehmen endete für Forster wenig erfolgreich, seine Pfarrstelle wurde in seiner Abwesenheit neu besetzt. Aus dieser Situation heraus entschloss er, sich nach England auszuwandern.
1772/75 nahm er mit seinem Sohn Georg an der großen Weltumseglung des Kapitäns James Cook teil. Die dreijährige Expedition war ein großer wissenschaftlicher Erfolg.
Er lebte danach mit seiner Familie in der englischen Hauptstadt. Dort gestalteten sich Lebensumstände der Familie Forster äußerst schwierig, was eine wachsende Verschuldung verursachte.
1779 wurde er durch den Minister von Zedlitz an die Universität Halle berufen. Er sollte dort Naturgeschichte und Mineralogie unterrichten.
Sein Sohn sammelte bei Freunden in Deutschland Geld, um die Schulden zu bezahlen. Dadurch konnte die Familie 1780 nach Halle zurückkommen und bezog in der kleinen Steinstraße eine Wohnung.
Im darauf folgenden Herbstsemester 1780/81 begann er an der Universität zu lehren. Sein Hauptkolleg „über die Kunst des Reisens" fand ein großes Echo unter den Studenten. Sie wollten den berühmten Forscher aus eigener Anschauung hören.
Im Großen und Ganzen hatte Forster wenig Glück mit seinen Vorlesungen. Er erwarb sich aber Verdienste um den Botanischen Garten, dessen Aufsicht ihm schon im Jahre 1780 übertragen wurde.
Durch seine Lebenserfahrungen in England und Halle kümmerte er sich um die Armen in Halle. So veröffentlichte er am 1. August 1785 in den „Wöchentlichen Hallischen Anzeigen" seinen Aufsatz mit Vorschlägen zur Neugestaltung der Almosenfürsorge in der Stadt.
Nach 18 Dienstjahren an der Universität in Halle starb er am 9. Dezember 1798 und wurde auf dem Stadtgottesacker beigesetzt.
„Siebzehn lebendige und tote Sprachen redete oder schrieb er größtenteils. In der Geschichte, Botanik und Zoologie wird er immer mit seinem Sohn als einer der ersten Entdecker des verflossenen Jahrhunderts glänzen", heißt es in einem Nachruf über ihn.


