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05.09.2009, Osterburg

Fähigkeiten einschätzen (Quelle: Altmark Zeitung Salzwedeler Nachrichten 05.09.09)

Sicher auf der Straße: Versuch entwickelt sich zu einem Erfolgsmodell (von Christian Ziems)

 

Mitarbeiter, die unfallfrei die Arbeit erreichen und auch wieder gesund nach Hause kommen. Dieses Ziel verfolgen 29 Unternehmen gemeinsam sehr intensiv. Und zwar in Form eines neuen Verfahrens, das besonders das Bewusstsein von Jugendlichen schärft. Das Projekt begann vor etwa einem Jahr an der Landessportschule Osterburg, am Donnerstag wurden zu Beginn der zweiten Runde erste Ergebnisse vorgestellt.

 

Eine Auszubildende hat einen schwierigen Tag auf der Arbeit hinter sich und steigt mit schlechter Laune ins Auto. Eine Situation, die sich negativ auf das Fahrverhalten auswirken könnte und schlimmstenfalls zu höherer Risikobereitschaft, Unaufmerksamkeit sowie einem Unfall führt. Alltägliche Gefahren, die sich durchaus minimieren lasen. Das zeigt ein Projekt des bze-Ausbildungsverbundes zusammen mit der envia Mitteldeutschen Energie AG (RWE-Gruppe), der MITGAS GmbH sowie 26 weiteren Verbundunternehmen. Mit im Boot sitzen zudem der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Auch das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr ist aufmerksam gewoden. Vertreter der Unternehmen und Organisationen kamen am Donnerstag nach Osterburg und wurden über erste Ergebnisse informiert.

 

Im wesentlichen läuft das Projekt so ab, dass Auszubildende der beteiligten Firmen auf freiwilliger Basis an einem Potenzialtest teilnehmen. Anhand von Fragen lässt sich ein Stück weit der Charakter der jungen Kraftfahrer ergründen. Das wiederum ermöglicht Schlussfolgerungen über die Fahrweise. In Form von vertraulichen Gesprächen werden die Ergebnisse ausgewertet. Die Jugendlichen setzen sich ganz bewusst mit ihren Potenzialen auseinander, merken welche Schwierigkeiten auftauchen und lernen diese individuell für sich selber zu lösen. Dabei hilft auch ein Fahrtraining bei dem es nicht darum geht mit dem erhobenen Zeigefinger zu agieren sondern ganz bewusst mehr über das eigene Verhalten am Steuer zu erfahren.

 

Diese Form des Lernens schätzen auch Carolin Schulz und Oliver Mohring. Beide Auszubildende gehören zu den ersten Teilnehmern. Sie zogen ein positives Fazit mit der Erkenntnis mehr über sich und ihr Verhalten erfahren zu haben. Horst Veith (SMP GmbH), der das Projekt maßgeblich mitentwickelt nannte einige Zahlen. Die erste Runde nutzten 248 Teilnehmer. Davon wurden nach einem ersten Test 38 Prozent als Risikofahrer/-in eingeschätzt. Neun Prozent hatten bereits einen Unfall. Etwa ein halbes Jahr später (nach dem Abschluss der ersten von drei Trainingseinheiten) lag der Risikoanteil nur noch bei 24 Prozent. Weitere Unfallen haben die Teilnehmer nicht verursacht. Bernd Koller, Geschäftsführer der bze GmbH, schätzt diesen eingeschlagenen Wert als richtig und erfolgreich ein.

 

Darum wird er weitergehen. 166 Auszubildende aus den Regionen Halle, Chemnitz, Markkleeberg sowie Cottbus und Falkenberg hörten sich die Vorzüge des Verkehrssicherheitsprojektes am Donnerstag an. Übrigens, obwohl die 18- bis 24-jährigen deutschlandweit nur acht Prozent der Bevölkerung stellen, liegt ihr Anteil an den Getöteten und Verletzten im Straßenverkehr bei 20 Prozent.

 

Ansprechpartner:

Bernd Koller

Geschäftsführer

E-Mail: info@bze-online.de