Grünes Licht für Verkehrssicherheit
29.03.2010, Halle
Gruenes Licht fuer Verkehrssicherheit
Am 29.03.2010 präsentierte die bildungszentrum energie GmbH (bze) gemeinsam mit ihren Partnern das Ergebnis des in der Bundesrepublik bislang einmaligen Pilotprojektes „PROFILER / Verkehrssicherheit für Auszubildende und Studenten im bze-Ausbildungsverbund“. Dieses zielt auf mehr Verkehrssicherheit junger Fahrer auf den Straßen. Das Ergebnis erstaunte sogar die Initiatoren: Seit Beginn des Verkehrssicherheits-projektes im Ausbildungsverbund der bze gab es bei den Teilnehmern keine Unfälle mehr.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Nachrichten nicht von Unfällen auf den Straßen, oftmals mit Toten, berichten. Ein erhöhtes Risiko besteht für sehr junge Fahrer. Das ist statistisch erwiesen: Der Anteil junger Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren an der Bevölkerung beträgt acht Prozent, ihr Anteil an Getö-teten und Verletzten dagegen 20 Prozent.
Um dieses Risiko zu mindern, erprobten der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR), die gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen mit „PROFILER“ ein Verfahren, dass es ermöglicht, Fahrer mit höherem Unfallrisiko zu identifizieren. PROFILER ist der Name eines völlig neuen Programmes zur Analyse und zum Ausbau persönlicher Stärken im Straßenverkehr.
Kombiniert mit wissenschaftlich fundierten pädagogischen Ansätzen entstand daraus ein Verkehrssicher-heitsprojekt. Das wurde mit den Partnern SMP, der Software für Management und Personalentwicklung GmbH, Oelde, und der bze GmbH Halle, in einem Pilot vom Herbst 2008 bis Februar 2010 mit rund 200 frei-willig teilnehmenden Auszubildenden des bze-Ausbildungsverbundes umgesetzt.
bze-Geschäftsführer Bernd Koller bringt seine Motivation dafür auf den Punkt: „Eltern mitteilen zu müssen, dass das eigene Kind auf der Straße zu Tode gekommen ist, ist eines der schlimmsten Mitteilungen über-haupt. Das musste ich früher öfter tun. Für uns war es überhaupt keine Frage, uns für dieses Projekt stark zu machen und es voran zu treiben.“
Das Ergebnis freilich überrascht selbst jene, die große Hoffnungen in „PROFILER“ legten: In der Projektphase mit knapp 200 Auszubildenden gab es nicht nur weniger, sondern gar keine Straßenverkehrsunfälle mehr.
Wie dieses Ergebnis erreicht werden konnte, darauf gibt die Umsetzung Hinweise: Die Auszubildenden nah-men bei der bze GmbH in Gruppen an einem sogenannten Potenzialtest teil, mit dem persönliche Charakter-eigenschaften, insbesondere Sozialkompetenzen ermittelt wurden. Diese wiederum ließen Schlussfolgerungen auf die Fahrweise zu. Diese werteten zertifizierte Coaches des bze in Gruppen- und Einzelgesprächen aus. Die jungen Teilnehmer setzten sich so bewusst mit ihren Potenzialen auseinander. Dank individueller Zielvereinbarungen wurden „Verbesserungspotenziale“ initiiert. DVR-Coaches führten anschließend sowohl ein halbtägiges Gruppentraining als auch eine Feedbackfahrt durch.
Zur Halbzeit des Projektes stand dann ein erneuter Test an. Nach Analyse der Ergebnisse erfolgten im Spät-sommer und Herbst 2009 ein zweites und drittes Gruppentraining durch den DVR. Ein abschließender Poten-zialtest und dessen Auswertung beendeten das Pilotprojekt im Februar 2010.
Und das Ergebnis spricht für sich: Wiesen zu Beginn des Projektes 46 Prozent der Teilnehmer ein übliches Verkehrsrisiko auf, konnte man bei 17 Prozent ein leicht erhöhtes Risiko feststellen. 37 Prozent der Teilnehmer mussten als Risikofahrer eingestuft werden. 17 Prozent hatten bereits einen Verkehrsunfall verursacht bzw. erlitten.
Beim zweiten Test Mitte 2009 hatte sich die Zahl der Risikofahrer bereits mehr als beachtlich von 37 auf 24 Prozent reduziert. Zu Beginn des Jahres 2010 lag diese Zahl dann nur noch bei 20 Prozent. Zum Abschluss des Projektes wuchs der Anteil der Teilnehmer mit üblichem Risiko auf 60 Prozent. Und: Bei den insgesamt 195 Teilnehmern gab es seit Beginn des Trainings keinen Unfall.
Schon das, so Koller, sei es wert, auch zukünftig Verkehrssicherheit als Unterrichtsfach während der Ausbil-dung anzubieten. „Lernen sich unfallgefährdete junge Kraftfahrer selber einzuschätzen, haben wir einen guten Job gemacht.“



